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Ergonomische Rollhocker

Ergonomische Rollhocker

Aufstehen, ein Stück rollen, weiterarbeiten. Wer im Behandlungsraum, im Labor oder in der Kita arbeitet, sitzt selten lange still. Ein Rollhocker macht diese Wechsel mit. Keine Lehne steht im Weg, die Sitzhöhe ist in Sekunden angepasst, und drehen können Sie sich in jede Richtung. Auch am Schreibtisch bringt er Bewegung in den Arbeitstag.

Rollhocker für Praxis, Labor, Kita und Büro

Ein Rollhocker ist ein höhenverstellbarer, drehbarer Hocker mit Rollen und ohne Rückenlehne. Diese Bauweise spielt ihre Stärke dort aus, wo man alle paar Minuten aufsteht, sich zur Seite dreht oder ein Stück weiterrollt. In der Praxis, im Labor, in der Kita und im Büro ist der Hocker deshalb oft die bessere Wahl als ein Stuhl.

Bürohocker mit Rollen, Drehhocker, Arbeitshocker, Rollenhocker – im Handel kursieren viele Namen für dieselbe Sache. Sachlich unterscheiden sie sich kaum. Drehbar ist praktisch jeder Arbeitshocker, und ob ein Modell als Laborrollhocker oder Praxishocker angeboten wird, sagt etwas über den Einsatzort aus, nicht über die Bauart. Auch die Bezeichnung orthopädischer Hocker ist nicht einheitlich definiert und verrät für sich genommen wenig über die Ausstattung. Worauf es tatsächlich ankommt, sind vier Dinge: Sitzhöhe, Rollen, Sitzform und Bezug.

Eine Zwischenform sind Modelle mit Beckenstütze. Diese niedrige, oft schwenkbare Stütze setzt am Becken an und nicht am Rücken. Sie stabilisiert die Sitzposition, ohne dass Sie den Oberkörper anlehnen, und solche Modelle bleiben Hocker. Erst eine Lehne, die die Wirbelsäule im Lenden- oder Schulterbereich abstützt, macht daraus einen ergonomischen Bürostuhl.

So kombinieren Sie Hocker und Bürostuhl

Am Schreibtisch entfaltet der Rollhocker seine Stärke im Wechsel: mal aufrecht auf dem Hocker, mal angelehnt im Bürostuhl, dazwischen kurz aufstehen. Besonders gut lässt sich das mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch verbinden. Genau diesen Wechsel zwischen Hocker und Stuhl empfehlen auch die Hersteller, die beides im Programm haben.

Für den ganzen Arbeitstag am Bildschirm bleibt der Bürostuhl die Basis: Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung beschreibt den Büroarbeitsstuhl als Sitzmöbel mit Rückenlehne und verlangt, dass der Körper in allen Sitzpositionen gut abgestützt wird. Der Hocker ist die Ergänzung dazu, und in dieser Rolle ist er kaum zu ersetzen.

Die Sitzhöhe richtet sich nach der Arbeitshöhe

Das wichtigste Kriterium

Jeder Rollhocker ist höhenverstellbar, der nutzbare Bereich unterscheidet sich aber deutlich. Beim Bürostuhl leitet sich die Sitzhöhe aus der Körpergröße ab. Beim Rollhocker gibt zuerst der Arbeitsplatz den Bereich vor, ob Behandlungsliege, Labortisch, Werkbank oder Kindertisch. Passt der Verstellbereich nicht zur Arbeitshöhe, hilft die beste Anpassung an den Körper nichts. Prüfen Sie deshalb den konkreten Bereich eines Modells, statt sich auf Bezeichnungen wie „niedrig“ oder „hoch“ zu verlassen.

Ab ca. 60 cm mit Fußring

Rollen passend zum Boden, und immer gebremst

Sicherheit ohne Lehne

Die Bezeichnungen klingen verkehrt herum. Eine Hartbodenrolle ist selbst weich und gehört auf Parkett, Laminat oder Fliesen, die Weichbodenrolle ist hart und gehört auf Teppich. Die weiche Ausführung erkennen Sie daran, dass sich die Lauffläche farblich vom Rollenkörper abhebt. Noch wichtiger ist die Bremse. Gute Rollen stehen fest, solange niemand sitzt, und lösen erst unter Ihrem Gewicht. Ohne Lehne fehlt Ihnen sonst der Halt beim Hinsetzen.

DIN EN 12529

Mit Beckenstütze oder ganz ohne

Wie viel Halt Sie brauchen

Ohne jede Stütze sind Sie frei beweglich und stehen am schnellsten wieder. Eine Beckenstütze gibt dem Becken Halt, ohne im Weg zu sein, wenn Sie sich drehen. Sie lohnt sich, wenn dieselbe Person längere Phasen am Stück sitzt, etwa im Gruppenraum einer Kita. Modelle von Haider Bioswing und unsere Erzieherstühle gibt es in beiden Varianten.

Bleibt ein Hocker

Der Bezug muss zur Umgebung passen

Reinigung und Beständigkeit

In Praxis, Labor und Kita treffen Desinfektionsmittel, Farbe und Essen auf das Möbel. Abwischbarer Integralschaum oder Kunstleder hält das aus, ein Stoffbezug nicht. Für Kitas empfehlen die Unfallversicherungsträger abwischbare Bezüge ausdrücklich. Im Labor kommt Beständigkeit gegen Chemikalien dazu, in der Elektronikfertigung die ableitfähige ESD-Ausführung.

Abwischbar ESD-Modelle im Sortiment

Sonderform Sattelsitz

Näher heran ans Arbeitsobjekt

Auf einem Sattelsitz sitzen Sie rittlings, die Beine gehen seitlich nach unten statt nach vorn. Der Winkel zwischen Oberkörper und Oberschenkeln öffnet sich dabei von etwa 90 auf bis zu 135 Grad, das Becken kippt leicht nach vorn. Bewährt hat sich das dort, wo man nah an ein Arbeitsobjekt herankommen muss und ständig zwischen Sitzen und Stehen wechselt, etwa in Zahnmedizin, Physiotherapie und Kosmetik. Kalkulieren Sie ein, dass Sie 20 bis 30 Zentimeter höher sitzen als gewohnt – der Tisch muss entsprechend hoch oder höhenverstellbar sein. Bei uns tragen der HAG Capisco und der Löffler Sedlo diese Sitzform.

Braucht einen hohen Tisch

Welcher Rollhocker passt zu Ihrem Arbeitsplatz?

Ihr Arbeitsplatz Worauf es ankommt Passende Modelle
Arztpraxis, Behandlungsraum Sitzhöhe zur Behandlungsliege, abwischbarer Bezug, gebremste Rollen bimos Labsit, Steifensand SH 500
Labor am Labortisch Hohe Sitzvariante mit Fußring, beständig gegen Desinfektionsmittel bimos Labor Hocker, Dauphin Tec basic
Elektronikfertigung, Platinenbestückung Ableitfähige Ausführung mit leitfähigen Rollen bimos Labsit 9127E, Dauphin Tec basic ESD
Kita, Arbeiten auf Kinderhöhe Sitzhöhe ab etwa 32 cm, abwischbarer Bezug, feststellbare Rollen Chairgo Smoover, KiGa Two
Zahnmedizin, Physiotherapie, Kosmetik Sattelsitz, dazu ein hoher oder höhenverstellbarer Tisch HAG Capisco, Löffler Sedlo
Büro, bewegtes Sitzen am Schreibtisch Bewegliche Sitzfläche für den Wechsel mit dem Bürostuhl Aeris Swopper, ONGO Roll, Bioswing Foxter

*Empfehlungen ohne Gewähr. Die optimale Wahl hängt von Ihrem individuellen Arbeitsplatz ab. Unser Fachberater-Team hilft Ihnen gerne weiter.

Zwei Nachbarkategorien lohnen einen Blick: Wenn Sie sich im Stehen nur kurz anlehnen möchten, werden Sie bei den Stehhilfen fündig, und für eine dauerhaft pendelnde Sitzfläche gibt es die Pendelhocker. Wer im Labor lieber mit Rückenlehne arbeitet, findet die passenden Modelle bei den Laborstühlen und ESD-Arbeitsstühlen.

Ihr Rollhocker bei Chairgo

Wir sind die BewegtSitzer und führen höhenverstellbare Rollhocker von Aeris, Haider Bioswing, HAG, Löffler, ONGO, Steifensand, Bimos und Dauphin, dazu Erzieherstühle aus eigener Fertigung. Für jeden Hersteller haben wir eigene Produktexpertinnen und Produktexperten, die ausschließlich dessen Produkte betreuen.

Sie erreichen uns persönlich, ohne Chatbot. In unserem Möbelhaus in Hersbruck bei Nürnberg sitzen Sie die meisten Modelle vorher Probe. Bei einem Hocker lohnt sich das besonders, weil sich eine ungewohnte Sitzhaltung schlecht beschreiben lässt.

Gehen Sie von der Arbeitshöhe aus, nicht von Ihrer Körpergröße. Als grobe Orientierung: Für Schreib- und Basteltische mit etwa 70 bis 80 cm Höhe passen Modelle im Bereich von rund 40 bis 58 cm Sitzhöhe. An Labortischen und Werkbänken mit 80 bis 100 cm brauchen Sie etwa 50 bis 68 cm. Für Steh-Sitz-Arbeitsplätze ab 100 cm gibt es Hochhocker mit 70 bis 84 cm.

Für die Arbeit in der Kita gelten eigene Werte, weil Sie dort auf Kinderhöhe sitzen. Die DGUV nennt eine Sitzhöhe, die sich bei Bedarf auf etwa 35 cm absenken lässt, die BGW für das Arbeiten am Kindertisch einen Bereich von 37 bis 46 cm. Im Sortiment finden Sie 32, 37 und 42 cm als unteren Wert. Achten Sie darauf, dass der Verstellbereich zugleich weit genug nach oben reicht, damit derselbe Stuhl auch am Schreibtisch passt.

Diese Klassen sind Handelspraxis und keine Norm, die Bereiche überschneiden sich je nach Hersteller deutlich. Prüfen Sie deshalb den angegebenen Verstellbereich des konkreten Modells gegen Ihre tatsächliche Arbeitshöhe. Ab etwa 60 cm Sitzhöhe sollte ein Fußring dabei sein, sonst hängen die Beine und der Druck auf die Oberschenkel steigt.

ESD steht für elektrostatische Entladung. In der Chip-, Halbleiter- und Platinenfertigung kann schon die Bewegung einer Person auf einem gewöhnlichen Hocker eine Aufladung erzeugen, die empfindliche Bauteile beschädigt. ESD-Hocker leiten diese Ladung kontrolliert ab, über ein eingearbeitetes Netz aus Metall- oder Kohlefasern und über leitfähige Rollen. Maßgeblich ist die DIN EN IEC 61340-5-1.

Ein Punkt wird bei der Planung leicht übersehen. Der Hocker allein stellt keinen ESD-Schutz her, er ist Teil eines Systems aus Boden, Kleidung, Oberflächen und Erdung. Auf einem isolierenden Boden bringt auch der beste ESD-Hocker nichts.

Ja, dafür gibt es zwei gegenläufige Bauarten. Der Regelfall ist die lastabhängig gebremste Rolle. Sie ist blockiert, solange niemand sitzt, und löst sich erst unter Ihrem Gewicht. Das verhindert, dass der Hocker beim Hinsetzen wegrollt, lässt Sie aber im Sitzen frei rollen.

Für Arbeitsplätze, an denen während der Tätigkeit gar nichts in Bewegung geraten darf, gibt es die umgekehrte Konstruktion. Diese Rollen bremsen unter Last, der Hocker steht dann fest wie auf Gleitern und lässt sich nur unbelastet verschieben. Üblich ist das an Kassen, Countern und Theken. Wenn Sie den Hocker gar nicht bewegen müssen, sind Gleiter statt Rollen die einfachste Lösung. Sprechen Sie uns an, wir klären für Ihr Wunschmodell, welche Ausführungen lieferbar sind.

Die Sitzhöhe. Ein Erzieherstuhl muss so weit heruntergehen, dass Erwachsene an Kindertischen und auf Augenhöhe mit den Kindern arbeiten können. Die DGUV nennt dafür eine Sitzhöhe, die sich bei Bedarf auf etwa 35 cm absenken lässt, die BGW für das Arbeiten am Kindertisch einen Bereich von 37 bis 46 cm. Entscheidend ist der untere Endwert des Verstellbereichs, nicht die Spannweite.

Dazu kommen Anforderungen, die ein Büromöbel nicht kennt: keine Quetsch- oder Klemmstellen, weil Kinder am und unter dem Stuhl sind, feststellbare Rollen, abwischbare Bezüge und geringes Gewicht zum Umstellen. Weil in derselben Einrichtung auch am Schreibtisch gearbeitet wird, sollte der Verstellbereich zugleich weit genug nach oben reichen.

Meistens ja. Die Muskulatur in Rücken und Beinen wird anders belastet als auf einem herkömmlichen Sitz, und das kann am Anfang ungewohnt sein. Wie lange die Umstellung dauert, hängt von der körperlichen Verfassung und der täglichen Nutzungsdauer ab. Zahlen, die im Netz kursieren, lassen sich nicht belastbar belegen.

Bewährt hat sich, die Nutzungsdauer schrittweise zu steigern und den Sattelhocker anfangs mit dem gewohnten Stuhl zu kombinieren. Achten Sie in dieser Zeit auf Ihre Haltung. Eine ausgeprägte Sattelform gibt viel Halt und verleitet gerade dadurch dazu, sich vorzubeugen, statt näher an die Arbeit heranzufahren. Klären Sie außerdem vorher, ob Ihr Tisch zur höheren Sitzposition passt. Am besten probieren Sie den Sattelhocker bei uns im Möbelhaus aus.